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Der Wahrheit unerschrocken ins Gesicht geschaut!

15. September 2006

Eine schöne Fundstelle (wer bei Google nach „Peter Decker, Marxistische Gruppe“ sucht, bekommt nicht nur meinen Blog angeboten, sondern obendrein folgende Gemme):

Ich bin auch ein Opfer!
Vor einigen Jahren – mittlerweile sind es mehr als zwei Jahrzehnte – klingelten diese Gegenstandpunktler – damals noch „Marxistische Gruppe“ – auch an meiner Tür, wollten mir eine Tütensuppe schenken. Man bekam sie aber nur geschenkt, wenn man sich mit ihnen über den Staat unterhält. Das Ende vom Lied war, dass ich für ein lebenslanges Abonnement unterschrieb. Außerdem wurde ich gezwungen, überall in Deutschland (wirklich „überall“ natürlich erst ab 1990) zu agitieren. Um mich vom Ausstieg abzuhalten, köderten sie mich mit einem braunen Saab und Bananen.
Das Belohnungssystem dieser Sekte ist wirklich sehr ausgeklügelt: man wird irgendwann vom „Prüfer“, zum „Sympathisant“, zum „Kandidat“ und letztlich zum „Mitglied“ und wird mit 72 Miezen belohnt. Zur Zeit bin ich Kandidat und ich kann nicht mehr weiter. Mein leben liegt in Scherben. USA, hilf uns doch, GSP gibts immernoch! Scheiß Politsekte.

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  1. 16. September 2006, 16:14 | #1

    Hab mich natürlich auch gleich auf die Suche nach deinem Fundstück gemacht, bin aber dabei über Google auf eine weitere, weniger witzige, Story gestoßen. Passt irgendwie zu den zig beknackten Hetzstories die dein Fundstück so schön persifliert…
    In der Ausgabe 12/2001 von konkret gab unter dem Thema „Terror in Deutschland“ folgenden Superbericht (hab ich aus meinem konkret-Archiv gefischt):

    Konkret 12/01, S. 52
    René Martens
    Kunst & Gewerbe
    Terror in Deutschland
    Die Furcht vorm Terror geht um in Deutschland. Dabei ist »der Terror« hier doch schon lange zu Hause. KONKRET bat Autorinnen und Autoren um die Schilderung ihres terroristischsten Erlebnisses in Deutschland.
    Eine Kreuzung in Hamburg-Altona, 1991, ein paar Monate, nachdem mich zwei Mitglieder einer sich Marxistische Gruppe nennenden Religionsgemeinschaft wegen ungebührlicher publizistischer Tätigkeit verhört haben: Der Bursche, der bei der wenig erfolgreichen Vernehmung den bad cop gespielt hat, erspäht mich auf meinem Fahrrad und nimmt die Verfolgung auf – durchaus beunruhigend, hat er damals während eines kurzen urmarxistischen Exkurses doch auch etwas von »auf die Schnauze« gebrummelt. Als ich mein Gefährt für eine Minute aus den Augen lasse, hat der todesmutige Möchtegernmarxist schon zugeschlagen: Hinterradventil futsch -was für ein Kollateralschaden! Lachend den Stinkefinger gen Himmel reckend, rast der Finsterling davon.

    Bei der Google-Suche bin ich nun auf einen Leserbrief von (man glaubt’s kaum) Günther Jacob an das Magazin gestoßen, der über den großen Antiterroristen der konkret aufklärt:

    Die Krönung
    KONKRET 12/01: Kunst & Gewerbe
    Von der gewollten Harmlosigkeit der anderen Beiträger zum ganz und gar verfehlten Thema „Terror in Deutschland“ hebt sich der Beitrag von René Martens deutlich ab. Ein Mitglied der im Mai 1991 aufgelösten Marxistischen Gruppe habe ihn seinerzeit bedroht. Anlaß: Eine „ungebührliche publizistische Tätigkeit“. Martens verschweigt, womit er seine damalige Tätigkeit als Redaktionsleiter des Stadtmagazins „Szene Hamburg“ gekrönt hatte. Dort erschien im November 1990 ein widerlicher Artikel von dem Hamburger Journalisten Reinhard Schwarz gegen die MG, der diese unter Berufung auf den Verfassungsschutzbericht als „streng hierarchisch aufgebaute Geheimorganisation“ kriminalisierte und zu ihrer öffentlichen Ausgrenzung aufrief. Obwohl es nur zu verständlich gewesen wäre, sollten die MGler Martens Prügel angeboten haben, waren sie eigentlich gekommen, um eine Gegendarstellung zu erwirken oder eine Anzeigenseite zu bekommen. Beides wurde ihnen verweigert. Daß Martens sowas in KONKRET rechtfertigen darf, geht definitiv zu weit.
    Günther Jacob
    Hamburg

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