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Kann Marx zum Verständnis der aktuellen Wirtschaftskrise beitragen?

22. Juli 2009

Aufgrund des Verweise von „Schwarz“ auf „Nestor“, hier ein Luxemburger Anarchist, „Zur evtl. Erweiterung des Papiergeld-Horizontes„, hier noch nachgereicht ein link zu dessen Übersicht „Kann Marx zum Verständnis der aktuellen Wirtschaftskrise beitragen? (Résumé)
Hier, zum besseren Überblick, was wir bisher bei der Beschäftigung mit Marx und Krise gelernt haben“

(Es irritiert dann doch etwas, das dieser Nestor-Fan ausgerechnet für „Wahrheit“ und „Recht“ ins Feld zieht. Er mag ja manches tatsächlich wahr sein, zumindest interessant, konsistent aber mit Sicherheit nicht.)

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  1. star wars
    22. Juli 2009, 16:50 | #1

    Da MPunkt im Thread „junge linke wieder widersprüchlich“ einen Kommenrar von mir, ohne Angabe von Gründen, zensiert hat möchte ich diesen, mit Erlaubnis von Neoprene, an dieser Stelle posten. Paßt ja auch zum Inhalt dieses Beitrages über „Marx und die Wirtschaftskrise“.

    Jemand der Eigentümer sein will tut es weil er über sachliche Reichtumsquellen ausschließlich verfügen möchte. Er ist also, als Eigentümer, nicht prinzipiell vom Zugriff auf die Welt der Gebrauchswerte ausgeschlossen. Diese ausschließliche Zugriffsmacht, die ihm das Geld zur Verfügung stellt, ist wiederum dem immanenten Zweck des Eigentums selbst eingeschrieben. Die einen benutzen es um es zu vermehren, die anderen um Zugriff auf Gebrauchswerte ausschließlich zu verfügen. Warenanbieter und Warenabnehmer treten nämlich als ebenbürtige und freie Warenanbieter auf dem Markt aufeinander. Selbst derjenige der „nur“ über die eigentümliche Ware Arbeitskraft zum Verkauf anbietet steht dem Kapitalisten als ebenbürtiger Vertragspartner zur Verfügung.

    Deine Gegenüberstellung Lohnarbeit/Knast ist also passend um Fehler zu illustrieren. Aber dennoch ein verkehrtes Beispiel, gerade wenn es darum geht den ausschließlichen Charakter der Eigentumsordnung theoretisch zu demonstrieren. Der illegale Zugriff auf ein Stück Gebrauchswert gilt dem Eigentümer bloß als Beispiel dafür, dass sich jemand dem immanenten Zweck des Eigentums gegenüber vergriffen hätte. Niemand ist neidisch auf einen Räuber wenn der mal von den Fängen der Polizei entwischt sein könnte. Wenn du das Eigentum dagegen als einen Prozess gegenseitiger Übervorteilung verstehen willst, zu dem der Lohnarbeiter durch die Verfügung der Staatsgewalt hineingepresst wird, ist das verkehrte Knastbeispiel nur folgerichtig.

    Ansonsten kann ich nur noch Willi zustimmen:

  2. 23. Juli 2009, 10:01 | #2

    Danke zunächst für die Verlinkung. Ich werd‘ mich hier mal einlesen. „Für Wahrheit und Recht“ ist eine Anspielung auf die katholische Tageszeitung „Luxemburger Wort für Wahrheit und Recht“, und nicht allzu wörtlich zu nehmen…

  3. star wars
    24. Juli 2009, 16:24 | #3

    @Hinweis?!

    Es geht nicht nur um die wichtige Frage aus welchen Gründen Zustimmung erfolgt. MPunkt und Konsorten wollen schlicht und ergreifend was ganz anderes, als das was star wars & co. sich unter Kapitalismus vorstellen. Wer die Eigentumsordnung, seiner sachgemäßen Ausrichtung gemäß, als Ausschlussmechanismus vom konkreten Gebrauchswertreichtum betrachtet, der klopft halt jegliche Institution, die mit der Eigentumsordnung nun mal in einem Zusammenhang steht, erst mal darauf ab ob die denn einen Schaden, oder einen Nutzen, für mein vorausgesetztes Interesse abwerfen könnte. Der gleicht den Erklärungsgegenstand mit einem vorausgesetzten Interesse ab, und das logische Ergebnis dieses Abgleichs wird als die Bestimmung des Erklärungsgegenstandes, in Folge dessen sogar als Beurteilung des Erklärungsgegenstandes, wahrgenommen. Das ist nun mal die Art und Weise wie der gemeine Bürger sein Interesse auf exklusiven Zugriff auf Reichtumsquellen als ein geschädigtes rechtfertigen will.

    Das ist bereits eine Verschiebung des theoretischen Blickwinkels, der durch MPunkt vor allem, vorgenommen wird. Wenn du mit MPunkt diskutierst geht es meist nicht über einen konkreten Gegenstand (dem Anspruch nach vielleicht doch) sondern um die richtige Aneinanderreihung logische Spinnereien, and denen entlang der Erklärungsgegenstand theoretisch widergegeben werden soll. Da wird nicht untersucht was der Erklärungsgegenstand ist (meinetwegen der Staat), sondern als dass was er, gemessen an einem vorausgesetzten Vernunftstandpunkt, sein müsste.

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